Bayerischer Radsportverband e.V.

PASSION RADSPORT IN BAYERN

Oststeiermark-Jugendtour

Vom 23. bis zum 27. August fand dieses Jahr wieder die international gut besetzte Oststeiermark-Jugendtour statt. Mit dabei auch wieder ein Team aus Bayern. Die Rundfahrt gehört mit den vielen teilnehmenden Nationalmannschaften aus ganz Europa, zu den größten Radrennen Europas in dieser Altersklasse. Für das bayerische Team standen: Leslie Lührs (RSV Irschenberg), Linus Rosner (RSC Kelheim), Luca Dreßler (RSV Irschenberg), Claus Carste (RSV Irschenberg), Philipp Eger (Eracers Augsburg) und Laurent Pierza (RSC Ingolstadt) am Start. Ebenso stand mit Henri Uhlig (RSC Kelheim) ein weiterer Bayer in den Reihen der Deutschen Nationalmannschaft am Start.

Der 8,5 km lange Prolog im Mannschaftszeitfahren am Mittwoch Abend wurde dem bayerischen Team zum Verhängnis. Nach einer heikelen Kurve des technisch sehr anspruchsvollen Kurses, stürzten Claus und Leslie. So konnte sich das Team nur als 16. von 20. Teams platzieren. Zum Glück hatte die Rennleitung schon im Voraus entschieden, dass bei der gefährlichen Streckenführung keine Zeitabstände für die Gesamtwertung genommen werden. Sehr tragisch war, dass Claus aufgrund der Sturzblessuren die Rundfahrt schon nach dem Prolog aufgeben musste und am folgenden Tag nicht mehr fahren konnte. Dennoch unterstützte er das Betreuer-Team um Fritz Fischer, Mario Vonhof und Gernot nach allen Möglichkeiten. 

Die 1. richtige Etappe führte über hügelige 75 km mit einer Bergwertung der 1. Kategorie kurz vor dem Ziel. Das Rennen war mit einem 41er schnitt bei 900 hm sehr schnell und von vielen Außreisversuchen geprägt. Es waren 2 Fahrer vorne raus, die sich über die Berge ins Ziel retteten. Es gewann der spätere Gesamtsieger Casper van Uden (NDL) vor Tom Lindner (GER). Am letzten Berg selektierte sich das restliche Feld nochmals in kleinere Gruppen. Sehr erfreulich war, dass mit Leslie und Linus gleich 2 Bayern in der ersten 11-köpfigen Verfolgergruppe waren. So zeigten Leslie Lührs als 10. und Linus Rosner als 13. gleich nachdem missglückten Auftakt, ihre gute Form und ihre Ambitionen auf das Gesamtklassment. Auch Luca und Philipp zeigten auf den Plätzen 36 und 77 eine gute Leistung. Bei Laurent war mit einem 100. Platz noch etwas Luft nach oben.

Am Freitag stand die 69 km lange Etappe von Pöllau nach Vorau auf dem Plan. Die fünf Fahrer waren aufgrund der Resultate vom Vortag alle hoch motiviert. Leslie Lührs und Linus Rosner wollten ihre Plätze im Gesamtklassement verteidigen, während Luca Dreßler, Philipp Eger und Laurent Pierza ihre Positionen verbessern wollten. Die ersten 50 km waren durchaus wellig und haben das Hauptfeld schrumpfen lassen. Durch mehrere kleine Stürze sind Fahrer zurückgefallen, dennoch sind alle Bayern bis zur ersten Bergwertung der dritten Kategorie drangeblieben. Nur 7 km danach gab es eine Bergwertung der ersten Kategorie, leider verpassten Leslie und Linus die Spitzengruppe während Luca einen Defekt hatte und dadurch viele Positionen verlor. Laurent musste schon sehr früh reißen lassen während Philipp von Gruppe zu Gruppe sprang und sich auf Rang 65 festbeißen konnte. Oben angekommen stand eine technische Abfahrt bevor die sich das Team schon am Morgen besichtigt hat. Einige Fahrer stürzten oder kamen von der Straße ab, doch unser Team überstand alles gut. Linus und Leslie fanden sich in der zweiten gruppe wieder und kamen nach einem starken Rennen mit 36 Sekunden Rückstand auf den Plätzen 18 und 29 ins Ziel. Luca gab alles und holte so viel Zeit wie möglich raus, er kam auf Rang 61 mit nur 2 Minuten Rückstand ins Ziel. Philipp hat eine kleine Gruppe gehalten mit der er auf Platz 67 und 2:30 Minuten durchs Finish rollte. Am Ende waren fast alle glücklich und auch im Gesamtklassement hat sich nicht viel geändert, weswegen alle auf eine gute Königsetappe hofften.

Am dritten Tag der Oststeiermarkrundfahrt stand mit 58km die kürzeste, gleichzeitig aber auch mit über 1000Hm die schwierigste Etappe auf dem Plan. Die erste Rennhälfte führte bei heißen 35 Grad über welliges Terrain und wurden von zahlreichen Attacken geprägt. Zu diesem Zeitpunkt waren alle fünf Bayern vorne im Hauptfeld vertreten. Anfang der zweiten Rennhälfte setzte unerwarteter Regen ein, woraufhin sich das Feld teilte. Am Ende des zweit Kategorisierten Berges setze sich eine 17 Mann starke Verfolgergruppe ab, die sich auf die Verfolgung von Tom Lindner(BDR) begab, der zu Beginn des Anstiegs alleine weggefahren war. In dieser Verfolgergruppe waren auch Leslie und Linus. Auf der darauffolgenden Abfahrt gab es zahlreiche Stürze, darunter auch zwei Fahrer des BDRs und auch Linus der sich aber nicht verletzte. Zu Linus seinem  Glück schaffte er mit Hilfe des BDRs wieder den Anschluss an das mit ca.25 Mann stark dezimierte "Hauptfeld", welches sich nach der Abfahrt gebildet hatte und indem sich dann auch Leslie befand.
Am Ende der Etappe stand ein 16er Platz für Linus und ein 22er Platz für Leslie. Luca der am Berg den Anschluss zur Spitze verpasste arbeitete sich wieder nach vorne und kam dann am Ende als 30er kurz hinter dem "Hauptfeld" ins Ziel. Stark gefahren war auch Phillipp und komplettierte mit einem 38. Platz das gute bayrische Ergebnis. Laurent wurde 87er und konnte ebenso mit seiner Leistung zufrieden sein.

Der letzte Tag führte über weitgehend flache 88km mit 2 Bergwertungen und 2 Sprintwertungen. Trotz der topographisch einfachen Streckenführung fuhren die Rennfahrer mit einem 45er Schnitt ein schnelles und Angriffslustigesrennen, da in der Gesamtwertung teilweise nur Sekundenabstände zu einer besseren Platzierung fehlten. Die gefährliche Zieleinfahrt wurde durch die Rennleitung entschärft indem sie die Gesamtwertung und alle anderen Wertungen schon an der letzten Bergwertung 4km vor dem Ziel abnahmen. Erfreulich war, dass sich Linus früh mit einer Gruppe absetzten konnte und die erste Sprintwertung und damit auch 3 Bonussekunden gewinnen konnte. Nachdem er wieder eingeholt wurde, versuchten auch immer wieder bayrische Fahrer Gruppen zu besetzten. Da von dieser Gruppe keine Gefahr in Hinsicht auf die Gesamtwertung ausging lies man sie ziehen und die Fahrer im Feld kämpften hinauf zur letzten Bergwertung noch um jede Sekunde, da ja dort der "Zielstrich der Rundfahrt war!" Höchsterfreulich war nicht nur das mit Henri Uhlig ein bayerischer Fahrer im Triko der Nationalmanschaft die letzte Etappe aus der 3-Mann Spitzengruppe gewann, sondern auch Luca Dressler mit Platz 12 einen Achtungserfolg landen konnte. Die anderen Bayern liessen es wie die meisten vorsichtig ins Ziel rollen und gingen kein unnötiges Risiko auf den Schlussmetern ein. In der Gesamtwertung zeigten die bayerischen Fahrer eine geschloßen starke Teamleistung auf den Plätzen: 11. Linus Rosner, 12. Leslie Lührs, 29. Luca Dressler, 56. Philipp Eger, 92. Laurent Pierza. Dies zeigte sich auch, da die Regionalmanschaft aus Bayern den 4. Rang in der Teamwertung belegte und damit mit Abstand das beste Regionalteam war und nur die starken Nationalmanschaften aus den Radsportländern Deutschland, Belgien und Slovakei vor den bayrischen Equipe lagen.

Text: Sportler

Fazit vom Trainer:
Die Mannschaft war die ganze Zeit sehr harmonisch und motiviert, sie hat sich durch kleinere Vorfälle nicht aus dem Konzept bringen lassen und hat in der europäischen Spitze mitgemischt. Diese Rundfahrt ist einmalig in dieser Altersklasse, hier können sich die Sportler weiterentwickeln und erkennen, woran sie an ihrer weiteren Laufbahn noch arbeiten müssen. Es hat Spass gemacht!